Europa League, Playoff: Partizan Belgrad

10.08.2013 18:00

Der FC Thun steht in den Playoffs der Europa League 2013/14 und trifft dort auf den serbischen Serienmeister Partizan Belgrad. Die Berner Oberländer feierten in der bisherigen Europacup-Saison 4 Siege (mit einem Gesamtscore von 8:2) und hoffen nun auf den Einzug in die Gruppenphase, wenngleich Partizan ganz klar als Favorit angesehen werden muss.

 

Wie bereits in der Saison 2011/12 konnte sich der FC Thun erneut für die Playoffs der Europa League qualifizieren. Vor zwei Jahren eliminierte man zunächst den albanischen Vertreter FC Vllaznia Shkoder sowie US Palermo aus Italien (drei Unentschieden, ein Sieg), bevor man sich in den Playoffs dem Premier League Club Stoke City geschlagen geben musste.

In diesem Jahr besiegte man zunächst die georgische Mannschaft FC Tschichura Satschchere (3:1 / 2:0) und zuletzt den BK Häcken Göteborg (2:1 / 1:0) aus Schweden. Die Auslosung bescherte den Berner Oberländern nun einen ausgesprochen schwierigen Gegner: Partizan Belgrad. Als Landesmeister Serbiens bestritt die Mannschaft zunächst die Champions League Qualifikation und traf in der 2. Runde auf den FC Schirak Gjumri aus Armenien. Die Serben qualifizierten sich nach zwei Unentschieden aufgrund der Auswärtstorregel für die 3. Runde (1:1 / 0:0). Dort trafen sie auf Ludogorets Razgrad (nächster Gegner des FC Basel). Die Bulgaren konnten beide Begegnungen für sich entscheiden (2:1 / 1:0), weshalb Partizan nun die EL-Playoffs bestreitet.

Wenngleich der FC Thun erneut die 4. Runde der Europa League Qualifikation erreichte - weitere Parallelen zur Saison 2011/12 gibt es nicht wirklich. Höchstens den Teamspirit und die Kampfbereitschaft, die den FC Thun ganz grundsätzlich auszeichnet. Mit Urs Fischer hat der FC Thun nun einen Trainer, der die Mannschaft besser kennt, als es der gerade frisch engagierte Bernard Challandes vor zwei Jahren tat. Von der damaligen Mannschaft sind nur noch vier Stammspieler übrig geblieben: Benjamin Lüthi (traf 2011 sowohl gegen Vllaznia Shkoder als auch gegen Palermo), Dennis Hediger, Andreas Wittwer (traf 2011 gegen Stoke City) sowie Junior Sanogo (der zwischenzeitlich noch bei Lausanne spielte). Wobei man hier noch Rückkehrer Christian Schneuwly hinzuzählen muss, der im Sommer 2012 nach einer einjährigen Leihe zu seinem Stammverein BSC Young Boys zurückkehrte und der nun einen Zweijahresvertrag beim FC Thun unterschrieben hat (ist für die Playoffs spielberechtigt).

Die EL-Torschützen-Liste des FC Thun wird in diesem Jahr angeführt von Luca Zuffi und Junior Sanogo, die beide bisher je zwei Tore erzielten, daneben reüssierten auch Enrico Schirinzi, Cassio und Christian Schneuwlys Bruder Marco (im letzten Jahr mit 13 Toren drittbester Torschütze der Raiffeisen Super League). In der Meisterschaft 2013/14 sind wiederum Josef Martinez und Dennis Hediger die Topscorer des FC Thun. Eine Analyse zeigt: die Tore werden im Berner Oberland nicht unbedingt nur von klassischen Stürmern erzielt. Der FC Thun besteht aus Teamplayern, die sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Es gibt keine Stars und keine Leaderfiguren, die ein Spiel wiederholt im Alleingang entscheiden könnten. Dies macht es für Gegner eher schwierig den FC Thun einzuschätzen und eine Zuordnung vorzunehmen. Denn bei Thun kann jedes einzelne Mitglied des Kollektivs ein Spiel prägen. Oder was es vielleicht besser erklärt: in fünf Meisterschaftspartien und vier EL-Matches schossen die Thuner bisher 18 Tore... und erzielt wurden diese von neun (resp. 10) verschiedenen Spielern. Falls es ausser Glück und Tagesform einen Faktor gibt, der dem FC Thun eine gewisse Chance auf das Erreichen der Gruppenphase gibt, dann ist es dieser.

Abgesehen davon ist Partizan Belgrad (Marktwert rund 28 Mio CHF) dem FC Thun (Marktwert rund 13 Mio CHF) wohl in allen Belangen überlegen. Sei es die Erfahrung auf der internationalen Bühne, die individuelle Stärke der einzelnen Spieler oder das Partizan generell über ein grösseres Kader verfügt (Rotation). Am 22. August 2013 spielt der FC Thun zunächst auswärts in Belgrad. Das Rückspiel findet eine Woche später am 29.08. in der Arena Thun statt. Danach wird man sehen, ob es der FC Thun schafft, zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte die Gruppenphase in einem internationalen Wettbewerb zu erreichen.